20 Jahre nach der Wende

"Wir sind überall, und wir wissen alles" (Erich Mielke)
Am Mittwoch, 27.Januar 2010, war das Interesse ungebrochen an der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. Der Informationstag der Stasi-Unterlagen-Behörde in Hohen Neuendorf stieß auf reges Interesse.
Nach 20 Jahren Mauerfall ist der Schatten der Stasi über der DDR immer noch aktuell.
Der Vortrag des Außenstellenleiters (Frankfurt/Oder) Rüdiger Sielaff , in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal , berührte viele Zuhörer stark. Die "Reise in die Vergangenheit" in der Region Hohen Neuendorf reicht manchmal bis in die Gegenwart. An diesem Abend wurden 168 Anträge auf Akteneinsicht bei den Mitarbeitern der Stasi-Unterlagen-Behörde (Frankfurt/Oder) gestellt.
Bis zum 26. Februar 2010 ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses die Ausstellung "die Arbeit am Feind" zu besichtigen.
Auf Grund der vielen Interessierten in Hohen Neuendorf soll die Veranstaltung eine zweite Auflage bekommen. Am 15. Februar 2010 besteht nochmals die Möglichkeit einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen.
An diesem Tag wird, im Rathaus von Hohen Neuendorf, eine Ausstellung zum Thema "Postgeheimnis" eröffnt.

Gedenken an Michael Bittner
Im November 2009 wurde in Glienicke (Nordbahn), im Landkreis Oberhavel ein Platz nach Michael Bittner bennant. Michael Bittner wurde am 31. August 1961 geboren und am 24. November 1986 in Glienicke (Nordbahn) erschossen.
Bei dem Versuch die DDR zu verlassen - wurde er von DDR-Grenzsoldaten an der Mauer in der Nähe der Nohlstraße erschossen.
Die Namensnennung eines Platzes nach einem Maueropfer ist in Glienicke (Nordbahn) zum ersten Mal in Deutschland geschehen. 
Veranstaltungsreihe: "1989 - als das Blatt sich wendete"
Im Rahmen der Veranstaltungen zum Gedenken an 20 Jahre Wende war am 7. November 2009 Frau Elske Hildebrandt in der Clara-Zetkin-Gedenkstätte (Birkenwerder) zu Gast.
Die Plätze für die interessierten Besucher reichten kaum aus.
Elske Hildebrandt, die jüngste Tochter der Politikerin Regine Hildebrandt, stellte das Buch „Regine Hildebrandt – Erinnern tut gut“ vor.
Sie berichtet über das Leben der bekannten Politikerin aus Sicht der Familie und Tochter.
Regine Hildebrandt war selbst mindestens zweimal in Birkenwerder. Sie sang mit dem Domchor in der ev. Kirche und war nach dem Abschluss eines Bauabschnittes zu dessen Übergabe in der Asklepios Klinik.
Die Zuhörer verfolgten mit Aufmerksamkeit dem Vortrag mit Berichten aus dem Familienleben, den Auseinandersetzungen mit der Realität DDR und dem Weg als Politikerin.
Birkenwerder
Lesung in der Clara Zetkin Gedenkstätte:
„Regine Hildebrandt – Erinnern tut gut“ mit Elske Hildebrandt am 7. November 2009 um 15 Uhr in der Clara-Zetkin-Gedenkstätte in Birkenwerder, Summter Straße 4
Am 7. November 2009 stellt die jüngste Tochter der Politikerin Regine Hildebrandt das Buch „Regine Hildebrandt – Erinnern tut gut“ in der Clara-Zetkin-Gedenkstätte Birkenwerder vor. Es ist eine Bildbiographie, die Jörg Hildebrandt im März 2008 über seine Frau herausgegeben hat. Der Förderverein der Clara-Zetkin-Gedenkstätte e.V. freut sich, dass Elske Hildebrandt sich bereit erklärt hat, über ihre Mutter anhand von vielen Fotos zu erzählen.
Regine Hildebrandt, die Unermüdliche, Rastlose, schreib nie Tagebuch. Sie notierte aber alle Unternehmungen seit ihrer Kindheit in kleinen Kalendern – und sie fotografierte für ihr Leben gern. Die zahlreichen in dem Band erstmals veröffentlichten Dokumente zeigen ein Bild der privaten Regine Hildebrandt, deren Leben von klein auf verwoben war mit den Verwerfungen der deutschen Geschichte. Da ist ihre Jugend in der Bernauer Straße, unmittelbar dort, wo später Mauer und Todestreifen errichtet wurden, da gibt es die Protestbriefe, die das Ehepaar Hildebrandt an das ZK der SED schrieb und vieles mehr. Gezeigt wird das mitunter mühevolle Leben in der DDR und das Glück, das mit der großen Familie, den Weggefährten aus Beruf und Kirche dennoch möglich war, bis hin zur Wende, der politischen Tätigkeit Regine Hildebrandts von 1990 bis 1999 und ihrem Krebstod im Jahr 2001, der eine gewaltige Welle der Anteilnahme im ganzen Land auslöste.


